Pferdepension

    Pferd einstallen – die ehrliche Checkliste

    Sechs Schritte, mit denen ihr die richtige Pferdepension im Allgäu findet – aus über 20 Jahren Pensionserfahrung am Leonhardshof Albrecht in Sommers bei Kempten.

    Pferdepension am Leonhardshof Albrecht im Allgäu – artgerechte Haltung mit Weidegang

    Warum die Wahl des Stalls so wichtig ist

    Ein Stallwechsel ist für Pferd und Mensch eine der größten Entscheidungen im Reiterleben. Die richtige Pferdepension entscheidet über Gesundheit, Zufriedenheit und letztlich auch über die Beziehung zwischen euch.

    Wir betreiben am Leonhardshof Albrecht in Sommers bei Kempten seit über 20 Jahren eine Pferdepension – und wissen, worauf Einstaller wirklich achten sollten. Diese Checkliste haben wir aus genau diesen Gesprächen entwickelt: Was fragen erfahrene Pferdebesitzer, bevor sie einziehen? Was übersehen Anfänger?

    Studien wie die Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen des Bundesministeriums (BMEL, 2009) zeigen klar: Bewegung, Sozialkontakt und ad-libitum-Heuversorgung sind die drei Säulen artgerechter Haltung. Alles andere – Boxengröße, Optik, Ausstattung – ist sekundär. Wer einen Stall nach diesen drei Kriterien filtert, schließt 80 % der Fehlentscheidungen aus.

    Druckt euch die folgende Liste aus und nehmt sie zur Stallbesichtigung mit. Sie verhindert, dass ihr aus Sympathie übereilt zusagt und nach drei Monaten merkt: passt nicht. Genau das ist der häufigste Fehler – und er kostet euch das Vertrauen eures Pferdes.

    1. Haltungsform – passt sie zu eurem Pferd?

    Die Haltungsform ist die wichtigste Einzelentscheidung. Sie bestimmt, wie viele Stunden eures Pferdes pro Tag in Bewegung sind, ob es Sozialkontakt hat und wie viel Stress es ausgesetzt ist.

    • Offenstall / Aktivstall: 24/7 Bewegung, Sozialkontakt, Frischluft. Ideal für die meisten gesunden Pferde. Achtet auf trockene Liegeflächen mit ausreichend Einstreu, mehrere Fressplätze (Faustregel: mindestens 1,2 × Anzahl Pferde) und stabile Gruppen-Harmonie. Eine ständig wechselnde Herde ist Stress pur.
    • Boxenhaltung mit Paddock: sinnvoll für Senioren, Verletzte oder ausgesprochen einzelgängerische Tiere. Tägliche Weide ist hier Pflicht, nicht Bonus – mindestens 4–6 Stunden, idealerweise mit Sichtkontakt zur Herde.
    • Reine Boxenhaltung ohne tägliche Bewegung: aus Tierwohl-Sicht heute nicht mehr akzeptabel. Pferde, die 22 Stunden in der Box stehen, entwickeln nachweislich Magengeschwüre, Ataxien, Stereotypien (Weben, Koppen). Finger weg.
    • Mischformen: z. B. Box mit angegliedertem Paddock + täglicher Weide. Oft der beste Kompromiss – besonders im Winter, wenn die Weiden im Allgäu von November bis April geschont werden müssen.

    Frage an die Stallbetreiber: „Wie viele Stunden ist mein Pferd hier im Sommer und im Winter draußen – und wo genau (Weide, Paddock, Auslauf)?" Die Differenz zwischen den beiden Zahlen ist oft entlarvend.

    Allgäu-Spezifikum: Im Allgäu sind die Weiden wegen der Niederschlagsmenge (1.200–1.800 mm/Jahr) im Winter empfindlich. Ein guter Stall hat befestigte Winter-Auslaufflächen mit Drainage – sonst stehen eure Pferde im Matsch.

    2. Futter & Wasser – die unterschätzte Königsdisziplin

    70 % aller Pferdekrankheiten haben nach Aussage von Tierärzten eine Fütterungs-Komponente. Das macht die Heuqualität zum wichtigsten Stallkriterium nach der Haltungsform. Lasst euch nicht mit „wir füttern nur das Beste" abspeisen – fragt konkret nach.

    • Heuqualität: Lasst euch das aktuelle Heu zeigen – staubfrei, leicht grünlich, würzig duftend. Schimmel, muffiger Geruch oder bräunliche Verfärbung sind No-Gos. Idealerweise stammt das Heu aus eigenen oder regionalen Wiesen, deren Schnittzeitpunkt der Hof kennt.
    • Heuversorgung: Mehrere Raufen, Slow-Feeder oder ad libitum? Pferde brauchen 14–16 h Fresszeit pro Tag, sonst leidet der Magen. Fresspausen über vier Stunden gelten heute als gesundheitsschädlich.
    • Kraftfutter: Wird individuell gefüttert? Zu festen Zeiten? Wer entscheidet die Menge? Holt ihr eigenes Futter mit, oder ist das Standardfutter Teil der Pension?
    • Wasser: Ständig frisch verfügbar? Im Winter beheizte Tränken? Bei Stromausfall: Plan B? Ein Pferd trinkt 30–60 Liter pro Tag – Engpässe gefährden die Nieren.
    • Mineralfutter: Im Pensionspreis enthalten oder extra zu zahlen? Wird es überhaupt regelmäßig gefüttert?
    • Heulage / Silage: Manche Höfe arbeiten damit. Achtet auf Hygiene – schlecht gelagerte Silage ist Botulismus-Gefahr.

    Am Leonhardshof Albrecht ernten wir unser Heu seit Generationen selbst aus den Wiesen rund um den Hof. Wir wissen, welches Pferd was bekommt – und wenn ein Schnitt mal nicht den Standard erreicht, gehen wir lieber zukaufen, als es zu verfüttern.

    3. Reitanlage & Auslauf-Möglichkeiten

    Ihr werdet täglich auf dieser Anlage trainieren. Eine schlecht gepflegte Bahn macht euch über die Jahre die Lust am Reiten kaputt – und kann Sehnen-Verletzungen begünstigen.

    • Reitplatz mit gepflegtem Boden – wie oft wird abgezogen? Welche Tretschicht? Bei Sand: wird gewässert? Ein staubender Boden ist eine Atemwegs-Bombe.
    • Reithalle für schlechtes Wetter? Im Allgäu mit 150+ Regentagen pro Jahr extrem relevant – ohne Halle reduziert sich die nutzbare Trainingszeit drastisch.
    • Roundpen / Longierzirkel für Bodenarbeit, Jungpferde-Ausbildung, Aufwärmen.
    • Ausreitgelände: Direkt vom Hof oder muss man erst durch Verkehr? Wie sind die Wege beschaffen – Forstwege, Asphalt, Felder? Im Allgäu seid ihr schnell in den Voralpen – das ist ein riesiger Pluspunkt.
    • Putzplätze, Anbindemöglichkeiten, Solarium – Komfort, der den Alltag entspannt.
    • Sattelkammer: sicher abschließbar, trocken, ausreichend Platz für eure Ausrüstung? Diebstähle in Sattelkammern sind häufiger als gedacht.
    • Anhänger-Stellplatz: Falls ihr einen Hänger habt – ist Platz?

    4. Stallbetreiber & Stallgemeinschaft – der unterschätzte Faktor

    Der menschliche Faktor wird massiv unterschätzt. Über die Jahre verbringt ihr mehr Stunden mit den Stallbetreibern und Mit-Einstallern als mit vielen Freunden. Stimmen die Werte nicht überein, wird jeder Hofbesuch anstrengend.

    • Wie ist der erste Eindruck der Betreiber? Nehmen sie sich Zeit, hören sie zu – oder reden sie nur über sich? Ein guter Betreiber stellt euch mehr Fragen als ihr ihm.
    • Wer kümmert sich, wenn sie im Urlaub sind? Gibt es eine vertraute Vertretung – oder wechselt das ständig?
    • Wie ist die Stallgemeinschaft? Bekommt ihr beim Besuch ein Gefühl von Offenheit – oder von Klüngel und Lagerbildung?
    • Gibt es eine klare Hausordnung, die fair und durchdacht wirkt? Oder steht da „bitte um Rücksicht" und alles andere wird unter dem Tisch geregelt?
    • Wie werden Konflikte gelöst (z. B. Weide-Reihenfolge, Kraftfutter-Abweichungen, Hund mitbringen ja/nein)?
    • Sprecht mit zwei, drei aktuellen Einstallern – ohne dass die Betreiber dabei sind. Fragt: „Was würdest du heute anders machen, wenn du nochmal entscheiden müsstest?"

    Tipp: Geht zweimal zur Besichtigung – einmal mit Termin, einmal spontan unter der Woche. Erst dann seht ihr den echten Stall-Alltag.

    5. Service, Kosten & Vertrag

    Der Pensionspreis ist nur ein Teil der Wahrheit. Wichtiger ist, was tatsächlich abgedeckt ist – und welche Zusatzkosten auf euch zukommen.

    • Was ist im Pensionspreis enthalten? Heu, Stroh oder Späne, Ein- und Ausstreuen, Weide, Mineralfutter, Wassergeld – alles aufschlüsseln lassen.
    • Zusatzkosten: Hufschmied-Service, Tierarzt-Anwesenheit, Decken auf-/abnehmen, Medikamente verabreichen, Sondertermine wie Wurmkur oder Impfung.
    • Kündigungsfrist: idealerweise nicht länger als 3 Monate – falls es doch nicht passt, wollt ihr nicht ein halbes Jahr blockiert sein.
    • Krankheitsregelung: Wer beobachtet das Pferd, wann wird der TA gerufen, wer trägt die Kosten bei kleineren Behandlungen?
    • Versicherung: Haftpflicht des Stalls, Schadensregelung bei Weide-Verletzungen, Verhalten bei Diebstahl. Lasst euch das schriftlich geben.
    • Pensionspreise im Allgäu (Stand 2026): Reine Selbstversorger-Offenstall ab ca. 350 €/Monat, Vollservice mit Box, Weide, Heu, Stroh, Mineralfutter und Reitanlage 600–800 €/Monat. Spitzenangebote (Aktivstall mit Reithalle und allem Komfort) bis 950 €.

    Faustregel: Wenn ein Angebot 30 % unter dem Marktpreis liegt, fehlt etwas. Heuqualität oder Betreuungsstunden sind dann meist die Posten, an denen gespart wird.

    6. Die ersten Tage am neuen Stall

    Auch der schönste Stall ist erstmal Stress. Pferde sind Gewohnheitstiere – ein Wechsel der Umgebung, der Herde und des Tagesrhythmus löst echten physischen und psychischen Stress aus. So macht ihr es eurem Pferd leicht:

    • Plant 2–3 Wochen ohne Reitstress ein – nur Beziehungspflege. Spazierengehen, putzen, am Reitplatz nur Bodenarbeit.
    • Bringt vertrautes Futter mit für die ersten Tage – langsam umstellen, vor allem bei Heuwechsel auf eine andere Region.
    • Achtet genau auf Veränderungen: Trinkmenge, Kotabsatz, Verhalten in der Gruppe, Schwitzen ohne Belastung. Bei Auffälligkeiten sofort den Stallbetreiber ansprechen.
    • Lasst eurem Pferd Zeit, seinen Platz in der Herde zu finden – auch wenn es zwickt und beißt. Das Klären der Rangordnung ist normal und gesund.
    • Sucht das Gespräch mit den Stallbetreibern – sie sehen euer Pferd öfter als ihr und merken Veränderungen vor euch.
    • Taucht regelmäßig auf – nicht nur Wochenende. Ein Pferd, das die Stimme seines Menschen täglich hört, kommt schneller an.

    Pferdepension am Leonhardshof in Kempten – unsere Standards

    Damit ihr ein Bild habt, wie wir es bei uns am Hof in Sommers bei Kempten handhaben:

    • Mischhaltung aus Box mit Paddock und großzügiger Weide – im Sommer ganztägig draußen auf saftigen Allgäuer Wiesen
    • Eigenes Heu aus den Wiesen rund um den Hof – wir wissen, was unsere Pferde fressen, weil wir es selbst mähen, wenden und einlagern
    • Individuelle Fütterung nach Absprache – jedes Pferd bekommt, was es braucht, nicht was Standard ist
    • Gepflegter Reitplatz und ruhiges Ausreitgelände direkt aus dem Hof in Allgäuer Wiesen und Voralpen
    • Familiäre Stallgemeinschaft – kein Kommerz, keine Klüngelei, klare Hausregeln
    • Persönlicher Kontakt – wir sind täglich vor Ort und kennen jedes Pferd individuell
    • Erreichbarkeit: Sommers liegt nur ca. 6 km östlich von Kempten – mit dem Auto in 10 Minuten erreichbar, ideal für Berufstätige aus Kempten, Sonthofen und dem Oberallgäu

    Wir halten unsere Pension bewusst klein, damit jedes Pferd individuell betreut werden kann. Freie Plätze gibt es daher nur gelegentlich – meldet euch frühzeitig, wenn ihr Interesse habt.

    Interesse? Schaut bei einer unverbindlichen Stallbesichtigung vorbei – wir nehmen uns Zeit für eure Fragen, zeigen euch die Anlage, das Heu und die Herde. Und ihr könnt uns auf Herz und Nieren prüfen.

    Häufige Fragen

    Worauf sollte ich bei einer Stallbesichtigung achten?
    Heuqualität, Sauberkeit der Wasserquellen, Zustand der Pferde in der Herde, Atmosphäre zwischen Einstallern und Betreibern. Lasst euch Zeit, geht zwei Mal hin – einmal mit Termin, einmal spontan unter der Woche. Sprecht mit aktuellen Einstallern ohne dass die Betreiber dabei sind.
    Wie lange dauert die Eingewöhnung an einen neuen Stall?
    Plant 2–3 Wochen für die emotionale Eingewöhnung ein, bei Herdenwechsel auch länger. Manche Pferde brauchen bis zu 3 Monate, um wirklich angekommen zu sein. In dieser Zeit kein Reitstress – nur Beziehungspflege.
    Was kostet eine Pferdepension im Allgäu (2026)?
    Die Bandbreite ist groß – von ca. 350 € (reine Offenstall-Selbstversorger) über 600–800 € (Vollservice mit Box, Weide, Heu, Stroh, Mineralfutter und Reitanlage) bis 950 € für Aktivställe mit Reithalle und Komplettausstattung. Achtet auf das Gesamtpaket, nicht den Sticker-Preis – Heuqualität und Betreuungsstunden sind die Posten, an denen Billiganbieter sparen.
    Welche Haltungsform ist die beste für mein Pferd?
    Für die meisten gesunden Pferde ist Offenstall- oder Aktivstallhaltung die artgerechteste Lösung – 24/7 Bewegung und Sozialkontakt. Senioren, Verletzte und ausgesprochene Einzelgänger profitieren von Box mit Paddock und mehrstündigem Weidegang. Reine Boxenhaltung ohne tägliche Bewegung ist heute nicht mehr akzeptabel.
    Wie viel Bewegung braucht ein Pferd pro Tag?
    Mindestens 6–8 Stunden freie Bewegung – idealerweise mehr. Pferde sind Steppentiere und legen in freier Wildbahn 20–30 km am Tag zurück. Eine Pferdepension, die das nicht ermöglicht, schadet langfristig der Gesundheit – Sehnen, Atemwege und Psyche leiden.
    Welche Kündigungsfrist ist üblich?
    Üblich sind 1–3 Monate zum Monatsende. Längere Fristen (6 Monate oder mehr) sind ein Warnsignal – dann blockt der Betreiber bewusst. Lasst euch die Frist schriftlich geben, ebenso die Regelung bei Krankheit oder Verkauf des Pferdes.
    Habt ihr am Leonhardshof in Kempten Pensionsplätze frei?
    Wir halten unsere Pension bewusst klein, damit jedes Pferd individuell betreut werden kann. Freie Plätze gibt es nur gelegentlich. Schreibt uns über das Anfrageformular oder telefonisch – wir vereinbaren gerne einen Besichtigungstermin oder setzen euch ggf. auf die Warteliste.
    Wie weit ist der Leonhardshof von Kempten entfernt?
    Der Hof liegt in Sommers, einem Ortsteil ca. 6 km östlich vom Stadtzentrum Kempten – mit dem Auto in rund 10 Minuten erreichbar. Ideal für Berufstätige aus Kempten, Sonthofen oder dem Oberallgäu, die ihr Pferd auch unter der Woche regelmäßig sehen möchten.
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